Der Prinz bereit zur Thronfolge

by Malte on März 19, 2013

Den Kompass auf die Chartspitze gerichtet

Innerhalb der deutschen Rapszene begeistert er bereits seit Jahren ausverkaufte Hallen und mit „Rebell ohne Grund“ gelang ihm vor zwei Jahren sogar der Charteinstieg auf die 9. Der Sprung auf die ganz große Bühne der medialen Aufmerksamkeit blieb dem gebürtigen Berliner Prinz Pi bisher jedoch verwehrt. Die Zeichen, dass sich dies zukünftig ändert, stehen derzeit jedoch nicht schlecht und das nicht nur aufgrund des seit einigen Jahren anhaltenden Booms deutscher Sprechgesangsmusik in der Öffentlichkeit. Die zwei vom kommenden Album bereits veröffentlichten Singles „Unser Platz“ und „100X“ lassen definitiv auf ein wahres Meisterwerk der Untergrundlegende hoffen.

Geboren in Berlin-Charlottenburg im Jahre 1979 wächst der bürgerliche Herr Kautz allen Klischees entgegen in recht behütetem Hause auf, besucht ein griechisches Gymnasium. Von 1998 an macht er in der Berliner Rapszene unter dem Namen Prinz Porno als Mitglied der Beatfabrik auf sich aufmerksam und feiert erste Erfolge im Untergrund. Später folgt der Wechsel des Pseudonyms zu Prinz Pi, welchem vor allem die akute Verwechslungsgefahr mit Porno-Rappern wie Frauenarzt oder King Orgasmus One zugrunde lag. Statt mit frauenverachtenden Textpassagen und Machoattitüde weiß Prinz Pi nämlich durch die Behandlung sozialkritischer Themen und klugem Wortwitz zu überzeugen – Fähigkeiten, die ihn zu einer festen Größe innerhalb der Szene avancieren lassen.

Mit „Kompass ohne Norden“ hat Prinz Pi das Release seines nunmehr 15. Soloalbums für den 12.04.2013 angekündigt und lässt (mich ganz persönlich) durch die Veröffentlichung der ersten zwei Singles insgeheim schon auf den ganz großen Fang hoffen. In einigen Interviews im Vorfeld der Veröffentlich wurde die auf der Scheibe behandelte Thematik bereits abgesteckt. Um die Ziellosigkeit der heutigen Jugend soll es gehen, die zwischen unbezahlten Praktika, 400€-Jobs und dem Irgendwas-mit-Medien-Syndrom schlicht und ergreifend die Orientierung verloren hat.

Man darf hoffen, dass es Prinz Pi mit „Kompass ohne Norden“ nun vollends gelingt, über die Genregrenzen hinaus bekannt zu werden. Immer mehr hat sich deutscher Sprechgesang über die letzten Jahre in das musikalische Bewusstsein der Öffentlichkeit gedrängt und wenn ein Farid Bang und ein Kollegah es mit „Jung, Brutal, Gutaussehend 2“ mütterfickender- und messerstechenderweise an die Spitze der deutschen Albumcharts schaffen und dabei vom Feuilleton gnadenlos abgefeiert werden, sehe ich keinen Grund, warum ein absolutes Ausnahmetalent der Szene es ihnen nicht gleichtun sollte. Ohne eine Hypelawine lostreten oder von ihr mitgerissen werden zu wollen: Ich persönlich erhoffe mir von Kompass ohne Norden nicht weniger als das beste Rapalbum aus deutschen Landen seit Caspers wegweisendem Meilenstein „XOXO“. Dass der mittlerweile zum Teeniestar avancierte Bielefelder dabei das einzige Feature auf der gesamten Platte abliefert, ist doch schon mal ein Zeichen, oder? Und außerdem: Wer so locker und beiläufig „Chio Chips“ auf „Videoclips“ reimt, dessen Album kann nur das absolut größte Ding seit geschnitten Brot werden.

Weiterführende Links:

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Prinz Pi im Internet.

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Prinz Pi bei Twitter.

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