I woke up to the sound of German Hip Hop in my head

by Malte on April 10, 2012

„Fard küsst Farid Bang zärtlich mit Zunge!“

Wie der ein oder andere mitbekommen haben mag, schaffte in letzter Zeit eine ganze Reihe deutscher Sprechgesangskünstler den Sprung von einem gewissen Level an Szenebekanntheit ins mediale Rampenlicht der Popmusik. Man erinnere sich beispielsweise an Marteria und sein Türen eintretendes Album „Zum Glück in die Zukunft“, Casper mit seiner genreübergreifenden Gratwanderung „XOXO“ oder die frechen Kraftklub und ihr Debüt „Mit K“. Nach einer Phase in der deutscher Rap vor allem mit einer gehörigen Portion an Fremdscham assoziiert wurde, machte eine Handvoll innovativer und erfolgreicher Releases ihn wieder salonfähig. Nicht zu vergessen in dieser Namensaufzählung ist wohl auch der notorische Pandamaskenträger Cro, der kürzlich von einem riesigen Internethype in die Aufmerksamkeitsspanne einer breiteren Öffentlichkeit getragen wurde. Entdeckt und maßgeblich gefördert wurde dieser dabei übrigens von einem gewissen Kaas. Und damit stoßen wir nach ausschweifendem Einleitungsgeplänkel auch endlich mal zum eigentlich Kern des Artikels vor.

Bild von der offiziellen Facebookfanpage

Besagter Kaas ist nämlich seit geraumer Zeit, nebst seiner Solokarriere, gemeinsam mit Tua, maeckes und Plan B als Die Orsons unterwegs. Paradox daran scheint, dass diese schon seit 2007 als solche existieren und rapintern bereits für einiges an Aufsehen gesorgt haben. Einem Großteil der Kiddies, die fleißig Cro & Co auf Pinnwänden teilen, scheinen sie allerdings noch kein Begriff zu sein. Die Chancen stehen jedoch nicht schlecht, dass sich dies in absehbarer Zeit ändern wird.

Angefangen hat alles als Reaktion auf die eingangs erwähnte Stagnation der deutschen Rapszene. Ein von Regeln und Normen geprägtes Genre schrie förmlich nach einer radikalen Gegenbewegung. Die Orsons traten auf den Plan und riefen mit ihrem ersten Release „Die Orsons Das Album“ ambivalente Reaktionen hervor, was angesichts des verfolgten Programmes nicht allzu verwunderlich war. Alles, was sich als szenetypischer Standard in den Köpfen manifestiert hatte sollte ins genaue Gegenteil umgekehrt werden. So rappten Die Orsons auf Tracks mit Titeln wie „Die Orsons bauen eine Schaukel“ oder „Letsbananaholladancewoosh“ über Liebe, Blumen und Freiheit und veralberten die Engstirnigkeit der gesamten Szene. Nach ihrem zweiten Release „Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit, Orsons“ und einer Tour als Vorband von Fettes Brot, zogen sich Die Orsons einige Zeit mit dem Ziel zurück, einen gemeinsamen, einheitlicheren Sound zu finden, mit dem alle Bandmitglieder sich zu 100% identifizieren können. Als erstes Produkt dieser Phase gibt es nun eine EP zu hören, die vor allem eins macht: Lust auf mehr.

Die neun Track starke Jetzt EP, die der aktuellen Ausgabe des Hip Hop Magazins JUICE beiliegt, beweist, dass Die Orsons mittlerweile bereit für ein größeres Publikum sind. Pumpende, dubsteppig angehauchte Beats treiben durchweg humoristische Texte nach vorne, die augenzwinkernd die gesamte deutsche Rapszene auf die Schippe nehmen. Cro-Entdecker Kaas beispielsweise, pflanzt dem Hörer das Bild von zwei sich zärtlich küssenden Ikonen des deutschen Gangsterrap (Fard und Farid Bang) in den Kopf. Tua proklamiert währenddessen Die Orsons als „besten deutschen Live-Act seit DJ Bobo“. Der ganz normale Orsons-Wahnsinn ist allgegenwärtig, jeder einzelne Track sprüht vor Kreativität und Wortwitz und es scheint unmöglich sich ein latentes Dauerschmunzeln aus den Mundwinkeln zu wischen. Es werden aber durchaus auch ruhigere Saiten angeschlagen. So befasst sich der Titeltrack „Jetzt“ beispielsweise mit dem Blick auf die Gegenwart, der aus der Zukunft heraus rosiger aussehen mag. “Heut‘ wird das Früher sein für unsere Kinder“.

Man darf wohl gespannt sein, ob Die Orsons dieses Jahr vollends den kommerziellen Durchbruch schaffen. Zu gönnen wäre es diesem bunten Blumenstrauß an Rappern, die seit ihrer Gründung für permanent frischen Wind in einem ehemals von Dogmen und Normen dominierten Musikgenre sorgen.

Formt das O!

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